Von Erfolgen und Misserfolgen (Reality hits you hard, sis)

Hello Olafine!

Langsam, aber sicher zweifel ich schon an meiner Entscheidung, den Sonntag zum Bloggen gewählt zu haben, da ich anscheinend jeden Sonntag erst einmal genüsslich ausschlafe und dann aufgrund der fehlenden Werktagshektik den ganzen Tag über die Ruhe völlig weg habe..

Rezept
So als Vorwarnung (da wir beide ja andauernd nur zu gerne vorwarnen): erstens habe ich zwei Rezepte zu präsentieren und zweitens, vor allem zweitens, das eine Rezept ist eher so lala. Wer sich traut, das nachzumachen, macht dies natürlich auf eigene Gefahr.

Normalerweise würde ich wie jeder typische Blogger, der noch alle Tassen im Schrank hat, nur von erfolgreichen Dingen berichten, die auch wirklich geklappt haben und zeigen sollen, wie toll man das hinbekommen hat. Aber ehrlich gesagt braucht das Internet auch genauso viele Widersacher und Anarchisten. Deshalb werde ich auch im Sinne einer klassischen Sonntagsdepression (oder Winterdepression) von Misserfolgen erzählen.

Für das Wochenende hatte ich eigentlich ein paar gute Ideen auf Lager und für den Samstag planten wir demnach, Schlittschuhlaufen zu gehen, um auch mal die Eisbahn, die wir noch gar nicht kennen, abzuchecken. Ich war gestern also auch seit langem wieder so richtig motiviert und aufgekratzt und hatte eine regelrechte Tschakka!-Laune, denn manchmal muss man dem inneren Schweinehund einfach mal ’n Stöckchen zuwerfen. Klatscht dem zwar eher auf den Kopp, aber immerhin.
Ja. Das fiel leider ins Wasser (ob das Eis auch ins Wasser fiel? Vielleicht), weil es Herrn Dino nicht so gut ging und ich sonst auch niemanden dafür gehabt hätte, um dennoch hinzufahren. Dementsprechend war ich auch recht enttäuscht und bin zuvor auch zuversichtlich gewesen, keinen Plan B zu benötigen, oder besser gesagt, mir fiel sowieso keine genauso gute Alternative ein. Aber mit einer spritzigen zuckerfreien Fritz Kola sah die Welt dann schon ein bisschen rosiger aus. Fun Fact, damit die Welt wirklich rosiger aussieht: Fritz Kola ist komplett vegan, also auch der Etikettenleim auf der Flasche! Normalerweise wird das nämlich gerne mit milcheiweißhaltigem Kleber vollgeschmiert.

Am selben Tag (Teufelstag?) machte ich auch brav meine von dir auferlegte Hausaufgabe und war schon richtig gespannt darauf, Buchweizenpancakes mit Chia-Samen (in Veganer- und Fitnessfreak-Kreisen auch gerne Chia-Ei genannt) zu versuchen. Das Ganze verlief recht unspektakulär, obwohl ich zugeben muss, dass der Teig erstmal überhaupt so gar nicht aussah wie er laut dem Bild von der Rezeptseite aussehen sollte. Das konnte ich mit mehr Mandeldrink aber ein wenig ausbessern, denn eventuell war es ja auch zu viel Mehl, mit Cup-Angaben klappt’s bei mir nämlich nicht immer so recht und Mehle können auch unterschiedliche Flüssigkeitsbedürfnisse haben. Also trotzdem die Pfanne angeschmissen und den Teig nach und nach fertiggebacken, wobei ich die Gelegenheit auch gleich genutzt hatte, graduell immer mehr Drink reinzukippen (ich hatte schon Angst, den glutenfreien Teig damit komplett zu zerstören, ich machte mich aber trotzdem mutig ans Werk!). Vielleicht wurden daraus bessere Pancakes?! Nein, wurden sie leider nicht und schmecken taten sie letztendlich auch eher… naja. Fad. Gewöhnungsbedürftig. Herr-Dino-verzieht-grinsend-das-Gesicht-und-spuckt-es-wieder-aus-ig. Nicht ultraschlecht, aber eben auch nicht wunderbar. Und schon gar nicht so lecker wie auf der Rezeptseite!! Auf Bilder habe ich hier dann dankend verzichtet.

Später am Abend kam auch schon das nächste Miesepeterchen, wenngleich recht klein: fürs Dinner sollte es Reis mit Pilzsauce und Filetstreifen geben (ja ja, vegane Streifen, wir sagen hier ja schon lange nicht mehr „vegan/e/r/s <Dingsbums>“) und voller Vorfreude fing ich dann an, die neuen Filetstreifen, die ich noch nicht kannte, aus dem Gefrierschrank zu nehmen und in der Pfanne zu brutzeln. Die Laune schlug dann aber schnell um in ein angewidertes Gesicht. Was war das bitte für ein Geruch?
„WIESO riecht das nach Nelke??“ fragte ich, während ich mit einem Plastiklöffel in der Pfanne rumschabte. Ich kam schließlich auf die glorreiche Idee, die Verpackung mal aus dem Mülleimer zu fischen und nachzuschauen. (Herr Dino denkt eh oft, dass ich Selbstgespräche führe, aber vielleicht lässt er mich das auch immer nur denken, weil er natürlich keine Antwort wusste.)
Jepp, ‚Gewürznelke‘ stand da drauf. Und ich lernte schnell, dass ich eines von diesen Insekten war, die den Geruch von Nelke HASSEN. Leider schmeckten die Streifen natürlich auch danach. Ih-gitt.

Trinkt einen kräftigen Schluck spritzige zuckerfreie Fritz Kola, gurgelt ’n bisschen und macht sich wieder zurück ans Werk.
Ja gut, gegurgelt habe ich nun wirklich nicht, aber es machte sich in dem Satz ganz gut und klang vornehm.

Und Donnerstag. Ja, Donnerstag! Am Donnerstagabend wollte ich erst zu einem Treffen, bei dem fleißig gebärdet werden sollte und wo ich mal ein paar mehr Leute kennenlernen könnte. Dafür hatte ich gleich auch eine Person – sie und ich wollten uns gegenseitig zum Hingehen anstacheln und uns dafür verantwortlich halten. Ausgesprochen gute Aussichten also. Bis der Donnerstag endlich angekommen war und ich natürlich einen Großteil der Anfangsmotivation wieder verloren hatte (vorher macht man sich ja keine Gedanken drum, ist ja noch büschen hin) und es war irgendwie kalt, ein bisschen regnerisch, so spät am Abend, und ich war doch gerade so schön am Job-Surfen und, und, und. So hoffte ich innerlich, dass es sich irgendwie ohne mein teuflisches Zutun auflösen würde. Schließlich schrieb sie mir auch schon, dass sie sich nicht sicher sei, ob sie kommen könnte, da sie sich krank fühlte. Gelegenheit ausgenutzt, Deal erneuert. Und einem gemütlichen Donnerstagabend stand nix mehr im Wege! (Okay, nicht komplett gemütlich, da ich noch kurz einkaufen gegangen bin und mich danach dann um Bewerbungen und Zukunftspläne kümmern wollte.)
Ja, wo ist hier denn bitte schön ein Misserfolg? Genau genommen wäre eher zum Treffen hinzugehen ein großer Erfolg gewesen statt mich gemütlich zurückzuziehen.

Den lieben Sonntag dürfen wir nun natürlich auch nicht vergessen, allerdings war er aber schon erfolgreicher, zumindest hinsichtlich des Kochens. Heute machte ich mich dank der verhunzten Pancakes an ein neues Rezept – überhaupt fand ich die Herausforderung deshalb so passend, weil ich sowieso schon ein paar neue Rezepte entdeckt hatte und ausprobieren wollte.
Ich hatte noch nie Kohlrouladen gemacht, weder vegan noch unvegan, und irgendwann mal dachte ich mir spontan „Hm, das wäre doch ein leckeres Gericht!“ Wegen der Füllung war ich mir jedoch unsicher, deshalb suchte ich nach einigem Googeln dieses Rezept aus. Ehrlich gesagt würde ich aber beim nächsten Mal eine fertige Alternative nehmen, da mir die Füllung doch zu weich (und umständlich) war.
Etwas erstaunt bin ich übrigens darüber, dass ich diese Blätterwickel auch geschafft hatte – ich brauchte eigentlich nur je zwei Zahnstocher, um sie zusammenzuhalten, die restlichen piekste ich zur Sicherheit rein. Die Kohlrouladen waren wider Erwarten ganz lecker, erst recht mit der braunen Sauce. Statt Zucchini und Zwiebeln habe ich drei Karotten genommen und da das Rezept irgendwie leider verwirrend war und sonst auch wenige Erklärungen zum Prozess lieferte (erst werden 3 EL Tomatenmark erwähnt und später fehen die gänzlich, dafür sind 4 EL Sojasauce hinzugekommen), habe ich einfach alles reingeschmissen und nach Gusto ’ne Teigmasse gerührt. Deshalb würde ich in Zukunft lieber irgendeine fertige vegane Hackmasse nehmen, auch damit das fester ausfällt, was mir generell besser schmeckt.

Während das Ganze schön brodelte:
IMG_20151108_173226
Ja, das ist ein Wok-Deckel, der einzige Deckel, den wir für Pfannen nutzen können!

Kurz vorm Verschlemmen:
IMG_20151108_181950

Mehr Rezepte folgen bestimmt noch. Ja, auch dann, wenn sie nichts geworden sind!

Die ewigen Lappalien einer Hörgeschädigten
Am Mittwoch war Herr Dino nach dem Feierabend noch schnell beim Friseur und beim Einkaufen (nachdem er obendrein auch noch Sport gemacht hatte). Ich machte mich also darauf gefasst, dass er wie ein erschöpfter Marathonläufer zu Hause ankommen würde. Als er dann durch die Tür eintrudelte, nahm ich ihm ein paar Sachen ab und er sagte mit einer Geste zu seinem Gesicht „Ich habe Durst“. Ich zeigte dann auf seine Wasserflasche im Flur und hielt sie ihm auch ganz nett hin. Er guckte mich mit einem einzigen Blick an und ich dachte nur „Oh f***, was habe ich nun schon wieder falsch verstanden?!“.
„Äh, hast du nicht Durst?“ – „Nee, meine Haare sind zu kurz.“ Ganz nonchalant die Flasche wieder wegstellen und das Thema wechseln. Ein ganz schön klassischer Verhörer, muss ich sagen, pardon, in meinem Falle Verleser!
Und wenn wir schon dabei sind: ich habe auch schon mal die Spülmaschinengeräusche für Kirchenglockenschlag gehalten. („Wieso bimmelt die Kirchenglocke denn?“ – „Hm?“ – „Was für ein Geräusch ist das?“ – „Die Spülmaschine.“ – „Oh.“)

Im Stehen arbeiten
Irgendwann vor langer Zeit habe ich mal auf einem Blog die Idee von einem Steh-Schreibtisch gelesen (leider weiß ich gar nicht mehr, welcher Blog das war, so lange ist das schon her). Es gibt auch höhenverstellbare Schreibtische (so hoch, dass man problemlos als Erwachsener daran arbeiten kann), aber man kann sich sowas auch selber „basteln“, z.B. indem man eine Kiste auf den Tisch stellt und obendrauf dann den Laptop packt. Kennst du vielleicht auch. Seit ungefähr zwei Wochen stehe ich ab und zu an diesem kreativen „Schreibtisch“, um dann alle fünf Minuten wegen eines angespannten Rückens rumzunölen. Und natürlich auch, um ein produktiveres Gefühl zu bekommen und nicht zu lange am Rechner rumzuhängen. Durch einen Stehschreibtisch erhält man nämlich das Gefühl, dass man eigentlich nur „eben schnell was machen“ muss und arbeitet dann auch wirklich. Oder so soll es zumindest sein. Heheheheheheh *verschluckt sich und hustet dann ganz übel*

IMG_20151108_220107

Voll vergessen
Bei meinem letzten Beitrag habe ich versäumt, Bezug auf deine Aufstriche zu nehmen. Bis jetzt halte ich eigentlich nicht viel von Schmalzen, da sie hauptsächlich aus Fett bestehen, aber durch deinen Beitrag wurde mein Interesse doch noch geweckt! Jetzt muss ich nur noch eine Probepackung finden, da mir ein ganzes Glas zu riskant wäre. Ich kriege zu Hause nämlich meistens die Gläser nicht leer und bin dann auch froh darüber, wenn ich es mal alleine geschafft habe (auch der Grund, warum ich viele Leckereien auf Partys und Treffen mitbringe, um sie so doch noch aufgebraucht zu bekommen. Oder ich schicke sie Herrn Dino mit auf die Arbeit, dort kriegen sie das alles auch immer leer, wie beispielsweise die Halloween-Süßigkeiten.)
Und witzigerweise ist der Kinderstreich genau DER Aufstrich, den ich überhaupt nicht mochte… den hatte ich schon mal vor Jahren getestet und gleich „Pfui!“ gedacht. Weshalb ich mir dann wegen des Schmalzes doch noch Sorgen machte, bei Herrn Dino und mir ist es auch oft so, dass ich das, was er mag, nicht mag und umgekehrt. Das gilt manchmal schon fast als Richtlinie.

Übrigens dachte ich bei deiner Herausforderung erst noch, nebst „Geocach-“ auch das geläufige Wort „Schatzsuche“ zu verbannen, und siehe da, es wäre gar nicht mal so eine schlechte Idee gewesen, das zu tun! Und jetzt verstehe ich auch, warum ich nicht mehr Geocachen gehe – keine Kinder zum Ausleihen da! Obwohl es mich eigentlich nicht so sehr stören würde, was Muggel denken, da ich mich, wenn ich mal nichts oder wenig höre, oft auch unsichtbar fühle. (Eigentlich ein ganz witziges Phänomen!)
Die Karte aus Mallorca haben wir tatsächlich vor wenigen Tagen bekommen, danke dafür! In deinem Beitrag hattest du die Geschichten auf der Postkarte ja etwas ausführlicher erklärt, sodass ich die knappen Sätze im Nachhinein auch besser verstanden hatte! (Postkarten sind ja immer so schrecklich platzsparend, ne?)

IMG_20151108_215706
Grad knabber ich ganz zufällig an diesem Fresspapier!

Hausaufgaben sind toll
JETZT geht’s um die Herausforderung an dich. Ich habe mal gelesen, dass du Vorsätze ganz gerne magst, also gibt es diesmal eine Challenge der anderen Art:

„Führe von Montag bis Freitag ein Gratitude Journal (ein passendes Notizbuch hast du bestimmt?), in dem du jeden Tag eine Sache aufschreibst, für die du an diesem Tag dankbar bist. Allerdings kommt nun die wahre Herausforderung: es muss immer ein Gemüse im Satz erwähnt werden. Z.B. anstelle eines Namens/Wortes. Veröffentliche die Liste dann am kommenden Freitag in deinem Beitrag.“

Ich wünsche dir und deiner Familie noch eine tolle Woche! Bis spätestens zum nächsten Freitag!
Dino

Advertisements

Ein Gedanke zu “Von Erfolgen und Misserfolgen (Reality hits you hard, sis)

  1. Liebe Dino!
    Das war echt mutig von Dir, Deine Misserfolge beim Kochen zu präsentieren!
    Erstmal dachte ich ja gestern, Du würdest versuchen, meinen Rekord zu brechen! Ich hatte gegen halb elf das letzte Mal gecheckt, ob Du nicht doch schon gebloggt hast – nichts! Da befürchtete ich schon: Oje, die wird doch wohl nicht versuchen, meinen Rekord zu knacken? Aber als ich dann heute morgen deine Blogzeit gesehen habe, war ich wieder beruhigt!
    Also, die Pancakes – um auf das Essen zurück zu kommen – sehen im Originalrezept auch schon nicht so lecker aus… Aber Deine Kohlrouladen hast Du eindeutig besser präsentiert als im Rezeptfoto auf der verlinkten Website! Tja, vegane Sachen schmecken mir auch nicht immer so, aber manches ist schon lecker. Z. B. das vegane Schmalz. Oder Deine fantastische Sacher-Torte, die Du mal ein Silvester gebacken hast. Oder die Nuss-Nougat-Creme von Schlagfix….
    Bin mal gespannt, was da noch so für Rezepte kommen!
    Und sei beruhigt, Du glaubst gar nicht was für komische Verhörer- und Missversteher-Erlebnisse wir hier in der Familie schon erlebt haben… Es gibt bei uns sogar eine eigene Sprache: Wuffetoteles. Das ist die Sprache, die rauskommt, wenn man mit vollem Mund spricht….. Sehr interessant, manchmal….
    So, dann Dir einen schönen Wochenstart und bis Freitag!
    Deine Olafine

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s