Amsterdam

Liebe Dino!

Es ist zwar erst Sonntag und ich bin schon auf Deinen Blogbeitrag sehr gespannt, aber ich nutze mal die Zugfahrt zurück, um mit meinem Blogbeitrag anzufangen. So gut die Hinfahrt geklappt hat, um so mehr scheint es jetzt doch nicht mehr so reibungslos abzulaufen… Aber die gute Nachricht zuerst: Ich habe wieder einen Sitzplatz bekommen! Da ist es doch egal, dass so ein „netter“ junger Mann, der neben mir am Eingang des Zuges auf das grüne Licht zum Öffnen der Tür wartete, gleich an mir vorbei zuerst einstieg, obwohl ich das grüne Licht entdeckt und auch die Tür geöffnet hatte. (Wir warteten dort seit ca. 15 Minuten und ich war auch zuerst da!) Und ein bisschen freue ich mich auch für die Frau neben mir, die den Fensterplatz neben mir vor meiner Nase wegschnappte, obwohl ich vor ihr daneben saß und darauf wartete, dass die Person, für die der Platz reserviert war, einfach nicht auftaucht. Die hat mich dann dreist auf meine Frage, ob sie denn dafür reserviert hätte, angelogen und ja gesagt. Aber vorher natürlich hinter mir die ca. 8 Minuten stehend gewartet, bis die Reservierungen ab Amsterdam gelöscht werden…. Klar! Aber, wie gesagt, ich habe einen Platz und muss nicht stehen und bin darüber sehr zufrieden.
(Wahrscheinlich hat die Frau einen harten Tag gehabt und den Platz einfach mehr verdient als ich…)
Ach ja, das Bordbistro bleibt die ganze Zeit geschlossen, hat der freundlichen Schaffner gerade vor der Abfahrt durchgegeben und wir werden umgeleitet wegen Bauarbeiten…. Zum Glück habe ich mein Essen dabei…

AMSTERDAM

Einfach toll! Frau 629km und ich hatten eine wahnsinnig schöne Zeit, viel gesehen, viel erlebt und endlich mal wieder einfach gemeinsame Zeit verbracht. Unsere über airbnb gemietete Wohnung lag im schönen Grachtenviertel in Fußreichweite zum Zentrum und vielen Museen und Parks. Die Wohnung lag direkt unter dem Dach in einem typischen, alten Amsterdamer Wohnhaus mit einem sehr, sehr schmalen Treppenhaus und sehr steilen Treppenstufen. (Unser Vermieter meinte, dass sei noch großzügig, es gebe in Amsterdam viel steilere und kleinere Stufen in Treppenhäusern.) Zum Glück hatten wir nur Handgepäckskoffer dabei…
Hier ein paar Eindrücke aus der Wohnung:

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(Es ist das zweite Haus von links. Im mittleren Bild ist unsere kleine Dusche zu sehen.)

Am Freitag waren wir bei strahlenden Sonnenschein (Es war übrigens das ganze Wochenende tolles Wetter, nur mal so nebenbei.) im Viertel unterwegs, auf dem Cuypmarkt (Stoffe gucken und, naja, auch kaufen) und anschließend beim Porzellanmalen. Und auf diesem Weg hat sich Amsterdam gleich von seiner typischen Seite gezeigt: Überall, wirklich überall, parken und fahren Fahrräder! Wir mussten jedes Mal sehr gut aufpassen, nicht überfahren zu werden, wenn wir die Straßenseiten wechselten (was wegen der vielen kleinen, schönen Läden schon das ein oder andere Mal vorkam…). Es war nämlich auch egal, ob wir grün hatten oder einen Zebrastreifen benutzten, wahrscheinlich galt einfach die Regel, dass Fahrräder Vorfahrt haben. Und Helme trug hier so gut wie niemand. Erst am Sonntag entdeckten wir eine Frau mit einem Kind auf dem Fahrrad, die beide einen Helm trugen, vermutlich Touristen… Auch die Motorrollerfahrer hatten nie einen Helm auf. Tja, andere Länder, andere Sitten.
Hier übrigens ein Ausschnitt der eindrucksvollsten Räder aus Amsterdam:
(Eigentlich wollten wir das Schönste küren, aber ich denke, das kann ja jeder für sich machen…)

Collage 1Collage 2

Von unserem Vermieter wurden wir auch schon recht früh auf die Schräglagen der Häuser (meist nach vorne gekippt) aufmerksam gemacht. Das sei natürlich Absicht, denn oben an den Giebeln waren Haken zum Transportieren von Gütern. Heutzutage natürlich von Möbeln, die man meiner Meinung nach auch unmöglich über die kleinen Treppenhäuser hätte in die Wohnungen schaffen können. Und mit der Zeit fotografierten wir dann auch die verschiedenen Haken, um den schönsten zu küren, hier wieder ein Ausschnitt:

IMG_6997_Fotor_Collage

Nachdem wir uns auf dem Rückweg etwas „verlaufen“ hatten (stimmt natürlich eigentlich nicht, denn das Handy mit der Karte war nur deshalb mangels Stromzufuhr ausgegangen, um unsere Navigations- und Kommunikationsfähigkeiten zu testen), schafften wir es abends dann trotzdem rechtzeitig zu unserer Reservierung in dem Restaurant „De Nachtwacht“, einem sehr leckeren Steakrestaurant. Hier ein Bild von unserem Essen:

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Nachts hatten unsere Füße dann endlich Pause von dem vielen Heraumlaufen…

Am Samstag klingelte der Wecker früh und wir standen schon um 8:55 Uhr vor dem Anne-Frank-Haus in der sehr langen Schlange an. Sie wurde hinter uns aber immer noch länger! Und nach einer Stunde waren wir drin. Es war sehr beeindruckend, beklemmend und natürlich auch ein trauriges, erdrückendes Erlebnis. Vor allem in dem Moment, als ein Video von Otto Frank (dem Vater) gezeigt wurde, in dem er seine Beweggründe für die Veröffentlichung des Tagebuchs und Unterstützung des Museums erläuterte. (Er hat als einziger überlebt.) Das Anstehen für einen Museumsbesuch und der persönliche Eindruck von den Räumlichkeiten, in denen sich die Familien Frank und van Pels sowie Herr Pfeffer zwei Jahre versteckt hielten, hat sich unbedingt gelohnt und kann ich nur jedem empfehlen.

An diesem Tag standen dann auch noch typische Pancakes in einem alten holländischen Kaffeehaus auf der Essens- und Erlebnisliste (hier ein Foto:)…

Die Wand in diesem Kaffeehaus mit vielen verschiedenen Geldscheinen aus aller Welt.
Die Wand in diesem Kaffeehaus mit vielen verschiedenen Geldscheinen aus aller Welt.

… und natürlich neben dem Bummel durch die Fußgängerzone auch eine einstündige, eindrucksvolle Fahrt auf den Amsterdamer Grachten an.

Und am Sonntag fühlten wir uns schon richtig als typische Amsterdamerinnen, machten unseren Spaziergang im Vondelpark, bei Kaffee, heißer Schokolade und Apfelkuchen, genossen Zuccchinisuppe während wird auf dem schmalen Bürgersteig vor dem Suppenladen auf IKEA-Holzhockern saßen und schließlich nachmittags vor der Abreise noch in der Sonne die Boote an der Herrengracht beobachteten, während wir unsere Füße über dem Wasser baumeln ließen. Herrlich!
Wir planen schon den nächsten gemeinsamen Ausflug in eine andere Stadt….

Der Süßigkeitenladen

Hier noch eine Begebenheit, die uns besonders lustig in Erinnerung geblieben ist. Da betreten wir also diesen wundervollen Süßigkeitenladen, der wirklich ganz viele süße Leckereien an den Wänden feilbietet, gehen etwas nach hinten in den Laden, als plötzlich ein junger Mann (Verkäufer) vor Frau 629km steht, und sie fragt: „German or English?“, sie daraufhin „Both“ antwortet, er mit einem schnalzenden Klatsch sich den schwarzen Einweghandschuh zu Ende anzieht (wie bei einem Arzt kurz vor der OP in den ganzen Krankenhausserien) und dann sagt: „Okay, stay here, I’ll be back!“. Frau 629km guckt mich daraufhin etwas entgeistert, überrascht aber auch ängstlich an und fragt, was das denn nun zu bedeuten habe. Wir überlegen kurz, ob wir lieber gehen sollen, als er schon wieder zurück ist (wie versprochen) und uns mit seinem schwarzen Einweghandschuh Leckereien zum Naschen anbietet! Achso, dann bleiben wir lieber! Haben dann so einiges probieren dürfen und ich musste dann auch noch Erdbeerlakritz kaufen. Den Laden haben wir dann schon ziemlich schmunzelnd verlassen….

Die neue Uhr

Ach ja, Frau 629km hat auch noch eine neue Uhr erstanden, weshalb ich sie sehr häufig fragen musste, wie spät es eigenlicht ist, obwohl ich doch selber eine an hatte… Ich habe sie das auch noch gefragt, als wir schon längst wieder zu Hause waren, über WhatsApp 😉 Sie hat sich wirklich sehr gefreut und ich muss sagen, die Uhr ist auch sehr hübsch!

Wettrennen

Am Ende des Sonntags hatten wir schließlich auch noch ein Wettrennen. Frau 629km smste mir, wo sie gerade steckte (mit dem Taxi im Stau) und ich antwortete, wo ich mich befand (auf dem Weg zur S-Bahn) und so kam eins zum anderen und wir schickten uns wie verrückt Nachrichten und versuchten, vor der anderen an der eigenen Haustür zu sein. Schließlich vereinbarten wir, dass der Zeitpunkt, in dem der Schlüssel im Schlüsselloch steckt, entscheidend sein soll! Aber da ich (wegen des inzwischen schweren Koffers, des schweren Rucksacks – ich habe wohl wirklich etwas viel gekauft… – und der Yogamatte in der anderen freien Hand) auf den Schlusssprint verzichtete, war Frau 629km 2 Minuten schneller!! Tja, da hätte ich vielleicht einfach die Sachen 1 km vor der Haustür liegen lassen, zur Tür sprinten, als Erste da sein und dann die Sachen wieder holen sollen… Hinterher fallen mir immer die besten Schlupflöcher und Ideen ein…

So, eigentlich könnte ich hier noch ganz viele andere kleine Dinge und Geschichten erzählen, aber ich glaube, das reicht jetzt von Amsterdam.

Nur noch eine kleine Kunstcollage...
Nur noch eine kleine Kunstcollage…

Herausforderung

Tja, und da dachtest Du, ich bräuchte Schlupflöcher…. Ich liebe es zu basteln! Zugegeben, Deine Bedingung, dass es erkennbar sein muss, ist schon etwas schwierig, aber ich denke, ich habe es geschafft!

Hier kommt Figur Nummer 1, aus Stoff genäht, nach der Anleitung von pattydoo. Es ist das liebenswerte und geheimnisvolle (was sich wohl unter der Jacke verbirgt…?) Monsterchen (und hier schlägt mir pages ernsthaft vor, dass „Monsterchef“ wohl das richtigere Wort sei. Wer hat eigentlich das Korrekturprogramm geschrieben?) LULU:

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Dann folgt auch schon Figur Nummer 2, ein Stern. Eigentlich wollte ich eine Origamifigur basteln, aber in diesem wunderbar aufgeräumten Haushalt packe ich die Sachen (Origamipapier und Anleitungsbuch in diesem Fall) immer so gut weg, dass ich sie dann nicht mehr wiederfinde. Bei der Suche danach fand ich aber eine Anleitung für Mosaiksterne mit entsprechenden Vorlagen zum Ausschneiden. Ich habe gerätselt, wie lange ich diese Packung schon habe… Wahrscheinlich ist sie aus dem Jahre 2009, als mein Bastel-Ich noch stärker war.
Tada:

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Und schließlich die für diese Jahreszeit klassische Kastanienfigur, ein Igel! (Ein Pferd oder Hund wäre wohl nicht erkennbar gewesen…):

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Tja, liebe Dino, das war es wieder einmal von mir. Habe deinen Blogbeitrag vom Sonntag zwischendurch mal kommentiert (falls Du es noch nicht gesehen hast). Ich war begeistert von Deinem Sprichwort! Welches Buch Du wohl bis diesen Sonntag gelesen hast?

Ich glaube, für Deine Aufgabe bis zum 18.10. schicke ich Dich mal auf eine Fotosafari! Präsentiere mir doch mal ein Straßenschild, eine dreistellige Hausnummer und ein hellblaues oder rosafarbenes Haus! Und zum Beweis dafür, dass Du diese Bilder nicht einfach aus dem Internet gezogen hast, muss auf dem Foto irgendetwas von Dir zu sehen sein, z. B. der Daumen oder ein Kuscheltier, Dein Lieblingslöffel oder was auch immer!

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, sei weiterhin unglaublich großartig, bis Sonntag

(in Vorfreude) Deine Olafine

P.S. Besonders erwähnen möchte ich noch folgendes Kunstprojekt, welches auch schon in der oberen Collage zu sehen ist, ein Fundzaun (Originaltitel daneben, habe ich mir nicht ausgedacht! War im Vondelpark. So was will ich auch haben, hier, in meiner Stadt!):

IMG_6999 (Es hing auch ein Zettel dran, in dem jemand erklärte, dass er die Liebe seines Lebens in diesem Park gefunden habe…)

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Ein Gedanke zu “Amsterdam

  1. 629 schreibt:

    Einen schönen guten Morgen!

    Nachdem ich ja nun eine Weile nichts von mir habe hören lassen, hier nun mein Kommentar zu Amsterdam! Es war geil! Am liebsten wären wir glaube ich gar nicht zurück gefahren, aber nun ja das Leben geht weiter und es gibt einen Grund uns auf den nächsten Ausflug zu freuen… Vorschläge für Orte die man gesehen haben muss – am besten mit einer sehr guten Freundin – werden gerne entgegen genommen.

    Liebe Olafine – ein Fahrrad fehlt da aber noch – wenn nicht gar noch mehr, ich versuche mal es hier zu posten…

    hm keine Ahnung wie man einem Kommentar ein Foto zu fügt… das ist nicht gut und dabei wollte ich noch mehr Fotos dazu senden!

    Wenn eine der beiden Damen mir einen Tipp geben könnte wäre das von großem Vorteil denn ich hätte da auch noch eine Figur aus einem anderen Material zu bieten!

    Der Handschuh Vorfall hat mich gestern abend wieder zum Lachen gebracht, genauso wie der Rest des Beitrages.

    Einen wichtig Einkauf hat aber die liebe Olafine auch vergessen – DER KÄSE! JA ja die Niederländer und ihre vielen Käse Läden. Es gab nicht nur viel Auswahl an Pan cake, Nutella und Yotella Läden, nein es gab auch die berühmt berüchtigten Käse Läden. Die Auswahl war sehr groß und man hätte am Liebsten Käse für den Rest des Jahres gekauft und mitgenommen. Leider war die Gepäckmitnahme sowohl beim Fliegen als auch beim Zugfahren begrenzt und man hat sich beiderseits für die kleinere Runde Gouda Variante entschieden. Zu hause angekommen, war der Käse auch das highlight und leider ist er auch schon alle…

    Der Wettkampf auf der Rückreise wäre nicht so spanned gewesen, hätte Frau 629km nicht wieder 45 Minuten Verspätung beim Abfliegen gehabt denn dann hätte Sie ohne Stress gewonnen….

    So nun werde ich noch einen kleinen Kommentar an Frau Dino geben und mich dann meinen Hausaufgaben widmen!

    Einen lieben Gruß und bitte informiert mich wie ich hier Bilder beisteuern kann!

    Bis bald

    Frau 629km ( muss immer noch neu berechnet werden…)

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